der blaue reiter


der blaue reiter, Ausgabe 17
ISBN: 978-3-933722-08-9
€ 15,10 (D, unverb. Preisempf.)



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Das Böse


Angst, Leid, Schmerz und Ungerechtigkeit gibt es seit Menschengedenken. Der Begriff des Bösen aber hat seinen Ursprung im Übergang von den Natur- und Erfahrungsreligionen mit vielen Gottheiten zu jenen Religionen, die nur einen Gott als Weltenschöpfer kennen. Wenn wir das Problem des Bösen verstehen wollen, müssen wir jedoch, so Rüdiger Safranski im Interview, weder Gott noch den Teufel bemühen.
In der 17. Ausgabe des blauen reiters finden Sie Beiträge, die sich mit den Erscheinungsformen des Bösen und dessen Ursprüngen beschäftigen. Die Bandbreite reicht von einem Portrait Hannah Arendts über eine Auseinandersetzung mit den Erscheinungsweisen des Bösen in der Kriminalliteratur bis hin zu Beiträgen über das Böse bei Jean Baudrillard, Immanuel Kant, Gottfried Wilhelm Leibniz und Charles Baudelaire.

Aus dem Inhalt:

thema


Das Böse in der Welt und die Ordnung im Kopf
Die Ordnung im Kopf hat einen entscheidenden Nachteil – sie hat keine Entsprechung in der Realität.
Autor: Eckhard Nordhofen

Ob das Nichts ein Übel sei
Im Nichts gibt es nichts zu fürchten – genauso wenig wie vom Sein ein Geschenk zu erhoffen ist.
Autor: Ludger Lütkehaus 

Der faule Fleck der Gattung. Zu Kants Lehre vom radikal Bösen
Das Böse in der menschlichen Natur gründet weder in der Sinnlichkeit noch in der Vernunft allein.
Autor: Hans-Klaus Keul

Der Fremde in uns. Eine Psychologie des Bösen
Es sind die Gemeinsamkeiten, die Menschen dazu bringen, einander zu bekämpfen.
Autor: Arno Gruen

Die Natur des Bösen
Moral fiel nicht vom Himmel, Unmoral ist keine Ausgeburt der Hölle – beide sind bloß unterschiedliche Strategien im Wettbewerb ums Dasein.
Autor: Franz M. Wuketits

Jean Baudrillard – Böse(s) Denken
Da sich das Politische im Fernsehtauglichen aufgelöst hat, tritt an seine Stelle der Terror. Würde der Islam die Welt beherrschen, würde sich der Terrorismus gegen ihn richten. Man muss das Böse vor den Mächten des Guten schützen.
Autoren: Stephan Günzel, Michaela Ott 

Von der Teufelswette zum globalisierten Verbrechen. Das Böse in der Kriminalliteratur
Wer nur die hellen Seiten sehen will, beschwört die dunklen Mächte des Bösen erst herauf.
Autorin: Jutta Heinz

Leibniz und die Überwindung des Bösen
Das Böse hat keinen schöpferischen Eigenwert. Es ist vielmehr ein Defekt, ein rätselhaftes Zurückbleiben des Menschen hinter der ihm zukommenden Humanität.
Autor: Konrad Moll

Die Moderne und das Böse. Charles Baudelaires Blumen des Bösen
Das Böse ist nichts Äußerliches, sondern etwas Innerliches.
Autor: Dolf Oehler

Das Böse – der unversöhnliche Rest
Das moralisch Böse musste zum natürlichen Guten umgewertet werden.
Autor: Wilhelm Schmidt-Biggemann


umfrage
Was ist das Böse, und was ist das Gute?
Mit dem Mikrofon unterwegs war Silvia Lipski.


kolumne
Die Bosheitsreform. Diesseits von Hab und Gut und Böse
Dem Bösen geht es gut auf diesem Planeten, es kann sich über Arbeit nicht beklagen. Sein Reich kommt und geht in immer neuen Formen, die Achse des Bösen läuft und läuft und läuft (gut geschmiert), Inlands- und Auslandseinsätze der Vernunft enden in lehrreichen Katastrophen.
Autor: Ingo Anhenn


interview
mit Rüdiger Safranski
Wir müssen uns dem Bösen stellen
Das Böse ist das Zufällige, das Ungeordnete, das Chaotische.


essay
Badender Narziss. Fragmente einer Philosophie der Erotik
Das Fremde ist nicht die verlorene Hälfte. Wer sich spiegelt, wird sich selbst zur Umgebung.
Autor: Andreas Weber


lexikon
Aggression
Autorin:
Monika Reutter

Asozial
Autor: Reinhard Brandt

Satanismus
Autor: Hauke Nagel


unterhaltung
Bücherrätsel
Autor: Stefan Baur

Haben Sie Probleme philosophischer Art? Dr. B. Reiter sorgt für Aufklärung!
Die Realität scheint die These zu bestätigen, dass, wer die Gegenwart nicht versteht, auch aus der Geschichte nichts lernen kann!
Autor: Dr. B. Reiter


portrait
Hannah Arendt: Politik nach dem radikal Bösen
„Das radikal Böse entsteht immer, wenn ein radikal Gutes gewollt wird.“ (Hannah Arendt)
Es ist Gedankenlosigkeit, die auf der Leidenschaftslosigkeit gegenüber dem Selbst und den anderen beruht.
Autor: Wolfgang Heuer


reihe ethik aktuell
Hat der Embryo ein Recht auf Leben?
Die Regelung unseres Embryonenschutzgesetzes gewährt dem Embryo in vitro einen strafrechtlichen Lebensschutz, den unsere Abtreibungsregelung gleichzeitig dem Embryo in vivo abspricht.
Autor: Norbert Hoerster