der blaue reiter


Otto-Peter Obermeier
Moralisch fühlen, gierig handeln?

Moralisch fühlen, gierig handeln?

 




„Otto-Peter Obermeiers Buch über Adam Smiths Ethik sollte der künftige Kommentar dazu werden.“
Prof. Gerhard Streminger, Autor der maßgeblichen deutschsprachigen Biografien über David Hume und Adam Smith


Aufklärung und Kritik
Heft 72 (2/2020), März 2020

Moralisch fühlen, gierig handeln? Zur Aktualität von Adam Smiths „Theorie der ethischen Gefühle“ ist die bisher im deutschen Sprachraum umfangreichste und gründlichste Auseinandersetzung mit dem Moralphilosophen Smith.
Text: Robert Zimmer


Die Presse (Wien), Beilage „Spectrum“
23. Mai 2020

Dass Adam Smith, vielfach als Urvater eines schrankenlosen Wirtschaftsliberalismus verketzert oder auch bewundert, eigentlich auf der Basis der Moralphilosophie die berühmte These von der invisible hand entwickelt hat, hat sich in der Zwischenzeit herumgesprochen. Es gibt aber nur wenige deutschsprachige Arbeiten, die seine Moralphilosophie in den Mittelpunkt gestellt haben. Otto-Peter Obermeier versucht diese Lücke zu schließen. Dass wir Menschen von Bedürfnissen, Wünschen, Erwartungen und weniger von der Vernunft zum Handeln getrieben werden, widerspricht vor allem der Tradition deutschsprachiger Ethiken, die in der Pflichtmoral und im kategorischen Imperativ Immanuel Kants einen Höhepunkt gefunden haben. …
Im Wesentlichen hält sich Obermeier bei seiner Analyse an die von Smith vorgenommene Kapiteleinteilung der „Theorie der moralischen Gefühle“, weiß aber um die Problematik dieses sehr unsystematischen Vorgehens. Der Autor bezeichnet sich selbst als eine Art „Dinosaurier“, der dieses Buch absichtlich gegen das digital age und dessen Simplifizierungen geschrieben habe. Dabei spart er nicht mit polemischen Seitenhieben gegen die „Glattgebügelten“ und „intellektuell Gekrümmten“, die sich jedem kritischen Geist verweigern.
Text: Peter Kampits


Erinnyen Aktuell
19. Januar 2020

Anfangs geht Obermeier auf die Biografie von Smith ein und reflektiert das „geistige Umfeld in Glasgow“, vor allem die Moralphilosophie von Hutcheson und Hume. Die Wiedergabe des Werkes von Smith folgt mehr oder weniger der inhaltlichen Gliederung des Buches selbst. Im Vorwort macht er Lesevorschläge zu seinem „lange(n) Machwerk“, das „quasi-modulartig“ aufgebaut ist … Bei der Wiedergabe [des Kerns der Smith’schen Ethik] stellt Obermeier auch Beziehungen her zur Ökonomie von Smith, zu Platon und Aristoteles, zur Stoa und zu Epikur, aber auch zu Mandeville und andere Gegner der Moral. Zugleich kritisiert er mit Smith die Kasuistik seiner Zeit. Von den vielen Reflexionen Obermeiers, die auch für heutiges Verhalten relevant sind, sei die Unterscheidung von Moralität und Legalität herausgestellt. … Die Frage, ob in der kapitalistischen Gesellschaft überhaupt (außer in Nischen) moralisch gehandelt werden kann, stellt Obermeier nicht. Dadurch bleibt seine Apologie der Gefühlsmoral ideologisch. In den letzten Kapiteln gibt Obermeier die Auseinandersetzung von Adam Smith mit anderen Gestalten der Ethik wieder, indem er sich auch hier auf die Seite der smithschen Gefühlsmoral stellt. …
Text: Bodo Gaßmann, > Rezension im Wortlaut auf www.erinnyen.de


Moneycab
19. November 2019

Der emeritierte Philosophie-Professor … rehabilitiert den grossen britischen Denker, der zu Unrecht nur als Erfinder der primitiven „unsichtbaren Hand“ dargestellt wird, die uns ja ach so automatisch aus den Segnungen des puren Eigennutzstrebens den Warenkorb füllen hilft. Dabei hat der schottische Philosoph gar nie das Primat des Egoismus über die Moral oder gar der kalten Vorschriften und Automatismen über das Gefühl gepredigt. …
Demaskiert werden die drei grossen Illusionen: Religion, Kunst und Ethik. Aber sie werden nicht zerstört, sondern neu aufgebaut. In diesem Sinne liefert das Buch einen am Schluss sehr versöhnlichen und positiven Beitrag über die akribische Einordnung der Gedankenwelt Adam Smith’ hinaus.
Der philosophisch unbedarfte Leser braucht sich nicht zu ängstigen. Das Buch ist modular in sieben Kapitel eingeteilt: Der Autor sagt gleich zu Beginn, dass … der geneigte Leser nicht unbedingt alles im Detail lesen muss. … Gesamtlänge der wichtigsten Kapitel sind dann zweihundertzwölfeinhalb von insgesamt 519 Seiten. Ersparnis: 59 Prozent. Nach Ansicht des Autors kann man sich also fast zwei Drittel seines Buches durchaus sparen. Aber ich habe alles gelesen und kann sagen: es lohnt sich.
Text: Robert Jakob, > Rezension im Wortlaut auf www.moneycab.com


www.juralit.com
13. Oktober 2019

Die moralischen Parameter in der Ethik von Smith werden in mehreren Kapiteln im Detail untersucht, so auch dessen Verständnis von Schuld, Verdienst und Strafe ebenso wie die moralische Eigenbeurteilung, wozu auch eine Betrachtung der menschlichen Eitelkeiten zählt. Alles dies spielt auch in der digitalisierten Informationsgesellschaft noch eine erhebliche Rolle, sofern man nicht jede moralische Beurteilung an die Ingenieure der Digitalisierung delegieren möchte …
> Rezension im Wortlaut