der blaue reiter


der blaue reiter, Ausgabe 9
ISBN: 978-3-9804005-9-6
€ 15,10 (D, unverb. Preisempf.)

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Stuttgarter Zeitung 
10. 11. 1999 

„Naturlos“ – unter dieses zweideutige Motto hat der blaue reiter, das in Stuttgart erscheinende Journal für Philosophie, seine aktuelle Nummer gestellt. Damit könnte das Los der Natur unter den Bedingungen einer wissenschaftlich-technischen Zivilisation gemeint sein, aber durchaus auch der Zustand eben dieser Zivilisation beschrieben werden, die den Bezug zur Natur weitgehend verloren zu haben scheint. Zwischen der Klage über den Verlust der Natur und dem Lob der Zivilisation als Schutz vor ihr gibt es freilich ein breites Spektrum von Zwischentönen.

Berliner Zeitung 
25. 10. 1999 

Und die Frage lautet: was überhaupt kann Natur noch sein unter den Bedingungen der ständig expandierenden biowissenschaftlichen Zugriffsmöglichkeiten? Der Titel der jüngsten Ausgabe des blauen reiters klingt wie die vorweggenommene Antwort: „Naturlos“. Doch so leicht macht man es sich in diesem „Journal für Philosophie“ nicht. Zwar sind die Stellungnahmen in Ton wie Inhalt durchaus divergent, doch daß des Menschen Umzug ins „Technotop“ (Klaus Erlach) nicht problemlos vonstatten geht, darüber weiß man sich einig. Ohnehin treibt nicht wenige Beiträger die Frage um, ob Natur als das unverfügbar Andere tatsächlich platterdings verschwinde oder nicht in gewandelter Gestalt wiederkehre …

Frankfurter Rundschau 
9. 10. 1999 

In Nummer 9 des „Journals für Philosophie“ der blaue reiter schreiben wie stets einschlägige C-4-Professoren, aber auch Assistenten, Studenten und Autoren, die über den Zaun fressen, als da sind Soziologen, Mediziner und Unternehmensberater, die sich mit spürbarer Lust am Denken mit alten und neuen Problemen der Weisheitslehre auseinandersetzen, unterstützt von der Stimme des Volkes …; diesmal zur Frage: „Welche Bedeutung haben für Sie Natur und Kultur?“ Die schlagendste Antwort fand eine sechzehnjährige Schülerin: „Natur ist, wenn’s regnet, Kultur, wenn man einen Regenschirm hat.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung 
25. 9. 1999 

Lange Zeit hat die Naturwissenschaft den Menschen zu einem Spielball ihrer Einsichten gemacht. Das soll jetzt ein Ende haben. Der Philosoph Gernot Böhme verlangt von ihr, die Grenzen menschlicher Einsicht zu beachten, also Natur nicht als solche, sondern als „Natur für uns“ zu erforschen. Wie er in einem Gespräch mit dem blauen reiter entwickelt, legt es die moderne Naturwissenschaft darauf an, „die menschliche Sinnlichkeit, die menschliche Leiblichkeit, vor allem das Biographische aus dem Erkenntnisprozeß so weit als möglich herauszuhalten …“
Im Sinne von Goethes Weigerung, auch nur eine Brille, geschweige denn ein Mikroskop zur Wirklichkeitserkundung einzusetzen, ließe sich hier durchaus von einer Weimarer Wende in der Wissenschaftskritik sprechen.