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der blaue reiter, Ausgabe 18
ISBN: 978-3-933722-09-6
Preis: 15,10 € (D), 27,50 sfr
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Erinnern

Der Mensch entwirft sich nicht aus dem Nichts. Im Streben nach Gewissheit sucht er heut-
zutage durch die Erforschung der biologischen Grundlagen des Erinnerns die Bedingungen
seiner Existenz zu ergründen. Für den Lebensvollzug wichtiger als die genaue Kenntnis
der Verschaltung von Nervenzellen im Gehirn ist jedoch, wie wir mit dem Erinnerten umge-
hen und was wir, bewusst oder unbewusst, dem Vergessen anheim fallen lassen. Nicht von
ungefähr heißt es bei Honoré de Balzac: „Erinnerungen verschönern das Leben, aber das
Vergessen allein macht es erträglich.“ Bekannte Autoren wie Paul Ricœur, Reinhart Kosel-
leck, Aleida Assmann, Jan Assmann, Herbert Schnädelbach und Jörn Rüsen fragen nach
den Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart, nach den sozialen und kulturellen
Bedingungen des Erinnerns.


Aus dem Inhalt:

thema

Kann gestern besser werden?
Geschichte ist der Versuch, die Grenzen der eigenen Lebensspanne zu überschreiten.
Autor: Jörn Rüsen

Die Wahrheit des Erinnerns ist dasVergessen. Nietzsches Philosophie des Augenblicks
Die Historie ist eine Gefahr, nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für das Ganze der Kultur.
Autor: Michael Steinmann

Dem Vergessen entrissen. Das Tagebuch als Lebensspeicher
In Tagebüchern schreibt sich das Leben selbst.
Autorin: Jutta Heinz

Kampfplatz Geschichte
Historiker sind die Profis der Deutungen. Geschichte wird als Waffe gegen innere und äußere
Gegner eingesetzt.
Autor: Edgar Wolfrum

Über den Sinn der Geschichte
Die Historie vermag uns nicht von der moralischen und politischen Verantwortung zu entbin-
den. Die Irrationalität des Geschichtsprozesses, den wir doch selbst hervorbringen, ist das
geschichtsphilosophische Grundproblem.
Autor: Herbert Schnädelbach

Die verlorene Erinnerung. Giambattista Vico und die ewige ideale Geschichte
Vico hat ein Modell einer Körpergeistigkeit entwickelt, das er durch das Labyrinth seiner
Geschichtserzählung schickt.
Autor: Friedemann Haeffner

Erinnerung und Vergessen. Das eigenwillige Überleben der Bilder
Eine Erinnerung, die nichts vergäße, wäre eine unheilvolle Erinnerung.
Autor: Paul Ricœur

Die eindimensionale Erinnerung. Der süße und der hässliche Kuss der Erinnerung
Wir schönen das Erinnerte, um Schmerz zu verbannen. Gibt es eine Erinnerung an eine bes-
sere Welt?
Autor: Otto-Peter Obermeier

Herder gegen Kant: Ein Streit um die Geschichte
Philosophie der Geschichte besteht darin, im Strom der vorübergehenden Einzelereignisse
ein Bleibendes auszumachen.
Autor: Thomas Bach

Gedächtnisstätten im Wandel
Die Suche nach den Toten konfrontiert die Überlebenden mit sich selbst.
Autor: Reinhart Koselleck

Abgelegte Erinnerungen? Was Familienalben verraten
Verschließen wir (immer wieder) die Augen, weil wir etwas nicht sehen möchten, obwohl es
doch so offensichtlich ist?
Autorin: Roswitha Breckner


umfrage
Woran sollte man sich erinnern? Was sollte man vergessen?
Was wäre, wenn Sie keine Erinnerung mehr hätten?
Mit dem Mikrofon unterwegs war Silvia Lipski.


interview
mit Aleida und Jan Assmann
Ohne Gedächtnis gibt es keine Kultur
Wir untersuchen das Gedächtnis nicht als ein individuelles Vermögen, sondern als eine so-
ziale Praxis und kulturelle Formung. Vergangenheit existiert nur in dem Maße, wie sie erinnert
wird.


lexikon
Andenken
Autoren: Günter Oesterle und Christiane Holm

Chronologie
Autor: Heribert Illig

Epoche
Autor: Gangolf Hübinger

Tätowierung
Autor: Franz Günther Weyrich


unterhaltung
Bücherrätsel
Autor: Stefan Baur

Haben Sie Probleme philosophischer Art? Dr. B. Reiter sorgt für Aufklärung!
„Die Frau kontrolliert ihren Sex, weil sie für Sex all das bekommt, was ihr noch wichtiger ist als Sex.“ (Esther Villar)
Autor: Dr. B. Reiter


portrait
Bilder der Erinnerung. Walter Benjamins Berliner Kindheit
Nur im Raum der Erinnerung ist der unerbittliche Ablauf der Zeit aufgehoben.
Autor: Bernd Witte


reihe ethik aktuell
Die Würde des Menschen
Die Moral quillt aus dem Punkt, wo der Mensch mit sich allein ist.
Autor: Stefan Diebitz

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