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Aus dem Inhalt:
thema
Der Gott der Vernunft ein vernünftiger Gott?
Wer von Gott redet, redet von dem leidenschaftlichen Ergriffensein der Vernunft. Glaubenswahr-
heiten müssen, wenn sie als Wahrheiten sollen gelten können, in Vernunftwahrheiten über-
führt werden. Nur die Gottesvorstellungen, die aus den Tiefen der Vernunft heraus mit vernünf-
tigen Gründen und ohne vorgängige Belehrung durch den Glauben entwickelt werden, haben Bestand.
Autor: Klaus Giel
Die Arche Noah des Heiligen
Dem Religionshistoriker Mircea Eliade zufolge sind die Krisen des modernen Menschen inso-fern zum Großteil religiöse Krisen, als sie die Bewußtwerdung eines mangelnden Sinngehalts darstellen. In dieser Verwirrung wirkt die Religionsgeschichte zumindest wie eine Arche Noah der mythischen und religiösen Überlieferungen.
Autor: Richard Reschika
Gott denken, Religion verstehen. Stadien diskursiver Vergegenwärtigung von Transzendenz
Die Antwort auf die Frage, wie der Gott in die Philosophie geraten sei, kann nur lauten: auf-
grund eines Mißverständnisses. Wenn die Götter, wie man glaubt, um unsere menschlichen Dinge irgendwelche Fürsorge haben, so darf man annehmen, daß sie an dem Besten und ihnen Verwandtesten Freude haben und das ist der Geist.“ (Aristoteles)
Autor: Carl-Friedrich Geyer
Arbeiten um Gottes willen
Der Gott Simone Weils war nicht der Gott, von dem sich gut reden und der sich zum Hirnge-
spinst erklären ließ. Für die französische Philosophin Simone Weil kann Ausdauer und Einsatz im Beruf noch etwas anderes bedeuten: Menschen, die hart arbeiten, sind „auf der Spur“ des Göttlichen.
Autor: Anthony J. Wilke
Himmel und Hölle als Gefühlsräume
Das Grundgefühl, um das es in der Religion geht, ist die Angst. Himmel und Hölle sind Medien, welche Gefühle „ins Licht“ und „in Erscheinung“ bringen, die zum Menschlichen gehören. Die Hölle ist die Ewigkeit des in den Leib hineingefolterten Gedächtnisses: Nicht vergessen zu dürfen, das ist die Hölle.
Autor: Hartmut Böhme
Die Götter der Erfahrungsreligion neu verstehen
Götter sind etwas ganz anderes als der eine Gott, sie sind Ausdrucksformen einer Welterfah-
rung, die uns heute meist uneinholbar vergangen scheint. Wir glauben nicht mehr an Götter, sagen wir. Aber schon das ist ein Mißverständnis. Die Kelten, Griechen, Römer, Germanen glaubten auch nicht an Götter, sie erfuhren diese, und sie bemühten sich, diesen Erfahrungen gerecht zu werden. Das nannten sie „Frömmigkeit“.
Autor: Reinhard Falter
Gott und die Übel der Welt. Zum Problem der Theodizee bei Leibniz, Kant und Schopenhauer
Die Art und Weise, über Gott nachzudenken, hat sich entscheidend verändert. Während sich die Philosophie des Mittelalters über weite Strecken als Magd der Theologie versteht und die Vernunft dem Glauben unterordnet, löst sich die Vernunft der neuzeitlichen Philosophie aus dieser Abhängigkeit. Es wäre Gott zwar möglich, eine Welt ohne moralisches Übel zu schaffen, nur wäre diese nicht die beste aller möglichen Welten.
Autor: Peter Welsen
Der Riß in der Schöpfung. Antitheismus als metaphysische Revolte
Die gedankliche Opposition gegen Götter ist ein Merkmal geistesgeschichtlicher Identitätsbil-
dung sowie Ausdruck moralischer Empörung angesichts von Leid und Unrecht. Die Auflehnung erstarrt nach dem Tod Gottes zu einem Symbol unter einem leeren Himmel.
Als eigentlich nur literarisch fassbarer Zwischenschritt zum tragischen Individualismus bleibt sie aber aktuell.
Autor: Rüdiger Vaas
Esoterik als „Lebensform“. Die Esoteriker und der alltägliche Glaube
Die Wiedergeburt ist in der Welt des Esoterikers so real wie der Tod in der Alltagswelt.
Autor: Werner Peukert
Ist der Atheist ein Theist? Philosophie und Religion bei Jacobi und Pascal
Blaise Pascal zeigt, dass auf der Grundlage der rationalistischen Annahmen Jacobis weder Atheismus noch Theismus haltbar sind. Die Beantwortung der Gottesfrage ist nach Pascal nur durch die Aufklärung einer dem Verstand verborgenen Logik des Herzens möglich.
Autor: Temilo van Zantwijk
Zwischen Sonnenkult und Vielgötterei. Eine Betrachtung von Religion und Götterkult des Pharaonenreichs
Der Lauf von Kosmos und Welt war das Buch, aus dem man in Ägypten versucht hat zu lesen. Ägyptische Götter sind eine Verkörperung physisch erfahrbarer und sichtbarer Mächte wie Sonne, Erde und Gestirne sowie verborgener Kräfte wie Leben, Tod und Erneuerung.
Autor: Wolfgang Wettengel
umfrage
Wen vergöttern Sie?
Mit dem Mikrofon unterwegs waren Ute Friesen, Monika Reutter und Stefan Schüle.
interview
mit Eugen Drewermann
„Der Mensch, der sich selbst ergreift ohne Gott, wird an seiner eigenen Angst zugrunde gehen…“
Wir Menschen sind die einzigen Kreaturen die nicht nur sterben müssen, sondern die auch mit dem Sterben leben müssen. Die Natur enthält nicht die Antworten, die wir Menschen brauchen, um menschlich zu sein. Religion ist nicht nötig, um Gesellschaft zu begründen, Religion ist nötig, um den Menschen zu begründen.
kolumne
Götter, Gräber und Versehrte
Ein monotheistischer Gott erinnert immer an einen überlasteten Erziehungsberechtigten, und die Geschichte eines Gottes und seiner Auserwählten ist die einer schwierigen Kindheit.
Autor: Ingo Anhenn
essay
Allmacht und Selbstverwüstung. Zur Wiederentdeckung Philipp Mainländers und seines lebensmüden Weltenschöpfers
Die Verheerungen, die unsere Gattung auf ihrem Planeten angerichtet hat und über die die Ökophilen unermüdlich lamentieren, sind kein Betriebsunfall der Evolution, sondern ihr
höchster Triumph. Die Schöpfung ist der Selbstmord des Weltenschöpfers.
Autor: Ulrich Horstmann
lexikon
Gottesbeweise
Autor: Martin Bauer
Rituale
Autor: Christoph Wulf
Tabu
Autor: Jörg Zirfas
unterhaltung
Bücherrätsel
Autor: Stefan Baur
Haben Sie Probleme philosophischer Art? Dr. B. Reiter sorgt für Aufklärung!
Leider ist die Verwirrung um die Metaphysik und die Ontologie nicht die einzige Verirrung, mit
der Hochschulphilosophen ihre Hörer verwirren. W. H. Walsh zum Beispiel schreibt über Meta-
physik: „Fast alles in Sachen Metaphysik ist kontrovers, und es ist daher nicht überraschend,
daß es unter denen, die sich selbst Metaphysiker nennen, wenig Übereinstimmung darüber gibt, was genau es ist, worum es ihnen geht.“
Autor: Dr. B. Reiter
Ursprünge des Fußballsports. Eine Zusammenfassung
Es streiten sich zunächst einmal, grob gesagt, die Vertreter einer Auffassung vom göttlichen Ursprung des Fußballsports mit den Verfechtern der tierischen Herkunft beinahe aller Sportar-
ten, nicht nur des Fußballs. Die Anhänger der Lehre vom göttlichen Ursprung sagen, den Fuß-
ballregeln wohne eine Vollkommenheit inne, die unmöglich von den Menschen geschaffen sein könne…
Autor: Udo Dickenberger
Interview mit Immanuel Kant: „Das Lachen ist ein Affekt aus der plötzlichen Verwandlung einer gespannten Erwartung in Nichts.“
Es muss in allem, was ein lebhaftes, erschütterndes Lachen erregen soll, etwas Widersinniges sein. Der Mangel der Urteilskraft ohne Witz ist Dummheit. Derselbe Mangel aber mit Witz ist Albernheit.
Autor: Klaus Erlach
portrait
Franz Rosenzweig Der Stern der Erlösung
Schöpfung ist das entsprechende „Und“ zwischen der Welt und Gott.
Autor: Karlheinz Kleinbach
reihe Außereuropäische Philosophie
Philosophie der Befreiung. Welches ist der Beitrag Lateinamerikas zu einer globalen Denkkultur?
Der Schlüssel zum Verständnis einer genuin lateinamerikanischen Philosophie liegt im Begriff „Befreiung“.
Autor: Thomas Kesselring
pro & contra Sterbehilfe
Sterbehilfe Eine Rechtfertigung
Das Recht auf Leben enthält keine Pflicht zu leben.
Autor: Alfred Simon
Plädoyer für ein gutes Sterben. Argumente gegen die Einführung der aktiven Sterbehilfe
Stellt sich eine ärztliche Routine im schmerzlosen Töten von Patienten ein, so steigt die Mög-
lichkeit des Mißbrauchs unweigerlich an. Die Tatsache, daß alternative Möglichkeiten zur För-
derung eines guten Sterbens heute noch immer ein Randdasein führen, ist der eigentliche Skandal.
Autor: Markus Zimmermann-Acklin
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